Datenpunkte - Detailansicht und Visualisierung
Die Detailansicht eines Datenpunkts zeigt alle Konfigurationsparameter, Protokollinformationen und Messwerte an. In diesem Kapitel lernen Sie die Struktur der Detailansicht kennen, verstehen die Bedeutung der einzelnen Felder und erfahren, wie Sie Messdaten über Trendlogs und Heatmaps visualisieren und exportieren.
1. Datenpunkt Auswählen
Um die Detailansicht eines Datenpunkts zu öffnen, navigieren Sie zu Konfigurationen → Datenpunkte und klicken Sie auf den gewünschten Eintrag in der Datenpunktliste. In diesem Beispiel wird der Datenpunkt "NAM_V2_OG2_WAN_R04_temp_IW_01" ausgewählt.

2. Detailansicht Verstehen
Es öffnet sich die Datenpunkt-Detailansicht mit zwei Hauptbereichen: Details (linke Spalte) und Aktueller Wert / Messdaten (rechte Spalte). Im Bereich Details werden alle Konfigurationsparameter angezeigt. Mit entsprechenden Benutzerrechten können Sie hier die editierbaren Felder (grau hinterlegt) bearbeiten.

3. Name Des Datenpunkts
Das Feld Name zeigt den technischen Identifikator des Datenpunkts an. Dieser Name dient als eindeutiger Schlüssel im System und kann bei entsprechenden Benutzerrechten bearbeitet werden.

4. Beschreibung Des Datenpunkts
Das Feld Beschreibung enthält eine lesbare, ausführliche Beschreibung des Datenpunkts. Diese Beschreibung hilft Benutzern, die Funktion und den Zweck des Datenpunkts zu verstehen, und kann bei Bedarf angepasst werden.

5. Anzeigename Des Datenpunkts
Im Feld Anzeigename kann ein alternativer Name für den Datenpunkt festgelegt werden, welcher anschließend in der Visualisierung der Benutzeroberfläche angezeigt wird. Dieser Name ist in der Regel benutzerfreundlicher als der technische Name und kann für eine bessere Lesbarkeit angepasst werden.

6. Verwendung Des Anzeigenamens
Der Anzeigename wird, wie in diesem Beispiel sichtbar, in anderen Teilen der Vision-Plattform anstelle des technischen Namens verwendet.

7. Kennung Und Protokoll
Das Feld Kennung zeigt die eindeutige protokollspezifische Identifikation des Datenpunkts im Quellsystem an. Bei LoRaWAN-Sensoren (z. B. ELSYS) ist dies die DevEUI (64-Bit Hardware-Adresse) mit angehängtem Messwert-Typ (z. B. "a81758fffe0cad56.temp"). Bei BACnet entspricht die Kennung der Object Identifier aus Objekttyp und Instanznummer. Das Feld Protokoll darunter gibt das verwendete Kommunikationsprotokoll an (z. B. "ELSYS", "BACnet", "MQTT").

8. Dezimalstellen
Das Feld Dezimalstellen legt fest, mit wie vielen Nachkommastellen der Messwert in der Benutzeroberfläche angezeigt wird (z. B. "1" für eine Dezimalstelle). Diese Einstellung beeinflusst nur die Darstellung, nicht die interne Genauigkeit der Daten.

9. Zuverlässigkeit
Das Feld Zuverlässigkeit zeigt den Betriebszustand des Datenpunkts bzw. Sensors an, sofern dieser vom verwendeten Protokoll bereitgestellt wird (z. B. "Kein Fehler erkannt"). Bei BACnet-Datenpunkten entspricht dies der standardisierten Reliability Property, die Zustände wie "NO_FAULT_DETECTED", "NO_SENSOR", "OUT_OF_RANGE", "OPEN_CIRCUIT" oder "SHORT_CIRCUIT" zurückmeldet. Dieses Feld dient der Überwachung der Geräte- und Datenintegrität auf Protokollebene.

10. Einheit Auswählen
Das Feld Einheit zeigt die Maßeinheit des Datenpunkts an und kann über ein Dropdown-Menü angepasst werden. Klicken Sie auf das Feld, um aus einer Liste verfügbarer Einheiten zu wählen (z. B. "°C", "K", "°F", "mmHg", "cmHg", "inHg" für Temperaturen).

11. Tags Verwalten
Das Feld Tags zeigt die dem Datenpunkt zugewiesenen semantischen Tags an (z. B. "Temperatur", "Sensor"). Klicken Sie auf das Feld, um das Dropdown-Menü zu öffnen und weitere Tags aus der Liste hinzuzufügen oder bestehende Tags zu entfernen.

12. Aggregationsstufen
Der Bereich Aggregationsstufen zeigt die verfügbaren Auflösungen für die Messdaten an: Roh (ereignisbasierte Rohdaten bei Wertänderung - Change of Value), 15 Minuten, Stunde, Tag, Woche, Monat, Jahr. Die zeitbasierten Aggregationen werden automatisch vom System berechnet und ermöglichen die Analyse von Langzeittrends.

13. System-ID (ULID)
Das Feld Netzwerk zeigt die eindeutige interne System-ID des Datenpunkts an (z. B. "01J1VGRE0G2C0RFXG5KBFCTYV8"). Diese ID ist eine ULID (Universally Unique Lexicographically Sortable Identifier) – ein zeitstempelbasierter, eindeutiger 26-stelliger Identifier, der vom Vision-System bei der Erstellung des Datenpunkts generiert wird. Die ULID dient der eindeutigen Identifikation in der Datenbank und ist relevant für API-Zugriffe, technische Integration und Debugging.

14. Wirkrichtung (Polarity)
Das Feld Wirkrichtung definiert die Zuordnung zwischen logischem und physischem Zustand des Datenpunkts (z. B. "Normal"). Bei Normal entspricht der logische ACTIVE-Zustand dem physisch aktiven Zustand (z.B. Ventil offen, Klappe auf, Relais angezogen). Bei Reverse ist die Zuordnung invertiert – ACTIVE im System bedeutet physisch inaktiv. Diese Einstellung ist besonders relevant für binäre Ein-/Ausgänge und Aktoren (Ventile, Klappen, Relais), wo die Steuerlogik protokollseitig angepasst werden muss. In BACnet entspricht dies der Polarity Property.

15. Erstellungszeitpunkt
Das Feld Erstellt zeigt den Zeitstempel an, zu dem der Datenpunkt im System erstellt wurde (z. B. "09.09.25, 15:25").

16. Lesen (MQTT Uplink-Topic)
Das Feld Lesen zeigt den MQTT-Topic an, über den das System Uplink-Nachrichten vom Sensor empfängt (z. B. "baind/elsys/uplink"). Dieses Feld ist spezifisch für MQTT/LoRaWAN-basierte Datenpunkte und wird bei anderen Protokollen wie BACnet nicht angezeigt, da diese eigene Kommunikationsmechanismen verwenden.

17. Schreiben (MQTT Downlink-Topic)
Das Feld Schreiben zeigt den MQTT-Topic für Downlink-Nachrichten an das Gerät an (z. B. "baind/elsys/downlink"). Dieses Feld erscheint nur bei MQTT/LoRaWAN-basierten, schreibbaren Datenpunkten (z. B. Sollwerte, Aktoren) und ermöglicht das Senden von Steuerbefehlen an das physische Gerät. Bei anderen Protokollen wie BACnet wird dieses Feld nicht angezeigt.

18. Datenpunktprofil Anzeigen
Im Bereich Datenpunktprofil sehen Sie das aktuell verknüpfte Datenpunktprofil (z. B. "Default: Zone Temprature"). Weitere Informationen zur Erstellung und Konfiguration von Datenpunktprofilen finden Sie im Kapitel Datenpunktprofile.

19. Datenpunktprofil Entfernen
Um ein zugewiesenes Datenpunktprofil zu entfernen, klicken Sie auf das X-Symbol rechts neben dem Profilnamen. Das Profil wird vom Datenpunkt getrennt, und der Datenpunkt verwendet danach keine spezifische Farbcodierung mehr.

20. Datenpunktprofil Verknüpfen
Wenn noch kein Datenpunktprofil zugewiesen ist, sehen Sie den Button + Datenpunktprofil verknüpfen. Klicken Sie darauf, um ein Profil aus der Liste der verfügbaren Profile auszuwählen und dem Datenpunkt zuzuweisen.

21. Profil Aus Liste Auswählen
Nach dem Klick auf Datenpunktprofil verknüpfen öffnet sich ein Dialogfenster mit einer durchsuchbaren Liste aller verfügbaren Datenpunktprofile. Wählen Sie das gewünschte Profil aus (z. B. "Default: Zone Temprature"), um es dem Datenpunkt zuzuweisen.

22. Erweiterte Einstellungen - LoRaWAN/MQTT
Klicken Sie auf den Bereich ERWEITERT, um protokollspezifische Informationen anzuzeigen. Für MQTT-Datenpunkte (z. B. ELSYS) werden hier die MQTT-Topics für die verschiedenen LoRaWAN-Nachrichtentypen angezeigt:
- Uplink-Daten: Topic für Sensor-Messwerte (z. B.
baind/elsys/uplink) - Downlink-Daten: Topic für Steuerbefehle an den Sensor (z. B.
baind/elsys/downlink) - Multicast-Downlink-Daten: Topic für Gruppennachrichten an mehrere Geräte (z. B.
baind/elsys/multi) - Beitrittsbenachrichtigung: Topic für Join-Nachrichten beim Netzwerkbeitritt (z. B.
baind/elsys/join) - Bestätigungsbenachrichtigung: Topic für ACK-Nachrichten nach erfolgreichen Downlinks (z. B.
baind/elsys/ack) - Fehlerbenachrichtigung: Topic für Fehlermeldungen vom Sensor (z. B.
baind/elsys/error)
Diese Topics entsprechen der LoRaWAN-Architektur und ermöglichen die bidirektionale Kommunikation mit den Sensoren über den MQTT-Broker. Mehr Informationen zu LoRaWAN, MQTT und der Schnittstellen-Konfiguration finden Sie im Kapitel Schnittstellen.

23. Erweiterte Einstellungen - BACnet
Für BACnet-Datenpunkte werden im erweiterten Bereich die BACnet-objektspezifischen Properties angezeigt:
- Objektname: BACnet Object Identifier (z. B.
209_211_212_0_actual.tempRoom) - Aktueller Wert: Present Value Property aus dem BACnet-Objekt
- Einheit: BACnet Engineering Units (z. B.
°C) - Beschreibung: Description Property des BACnet-Objekts
- Gerätetyp: BACnet Device Type
- Zuverlässigkeit: Reliability Property (Sensor-/Gerätestatus)
- Auflösung: Resolution (Anzeigegenauigkeit des Werts)
- COV-Inkrement: COV Increment für Change-of-Value-Benachrichtigungen (Schwellwert für Wertänderungen)
- Minimaler/Maximaler Wert: Min/Max Present Value (Wertebereich)
- Status Flags: Vier Boolean-Flags für Objektzustand:
- In Alarm: TRUE wenn Event State nicht NORMAL ist
- Fehler: TRUE wenn Reliability nicht NO_FAULT_DETECTED ist
- Überschrieben: TRUE wenn Present Value lokal überschrieben wurde (nicht von Hardware)
- Außer Betrieb: TRUE wenn Out of Service aktiv ist (Testzustand)
Diese Properties entsprechen dem BACnet-Standard (ANSI/ASHRAE 135) und ermöglichen die vollständige Abbildung der BACnet-Objekteigenschaften im Vision-System. Mehr Informationen zur BACnet-Integration und Konfiguration finden Sie im Kapitel Schnittstellen.

24. Aktueller Wert
In der rechten Spalte der Detailansicht sehen Sie den Bereich AKTUELLER WERT mit dem aktuellen Messwert des Datenpunkts und einem Zeitstempel. Bei Sollwert-Datenpunkten können Sie hier den Wert direkt überschreiben, um den Sollwert zu ändern.

25. Minimum Und Maximum
Darunter werden die Bereiche MIN WERT und MAX WERT angezeigt, die den niedrigsten und höchsten gemessenen Wert des Datenpunkts zeigen.

26. Trendlog-Darstellung
Im Bereich MESSDATEN · TRENDLOG sehen Sie die grafische Darstellung der Messwerte über die Zeit. Der Trendlog zeigt den Verlauf der Messdaten im ausgewählten Zeitfenster (z. B. „08.10.2025 - 15.10.2025"). Über der Grafik können Sie den Zeitraum anpassen und die Daten exportieren.

27. Zeitraum Anpassen
Klicken Sie auf das Datumsfeld, um den Zeitraum für die Trendlog-Anzeige anzupassen. Es öffnet sich ein Kalender zur Auswahl des gewünschten Zeitfensters.

28. Start- Und Enddatum Wählen
Wählen Sie im Kalender das Startdatum (erster Klick) und das Enddatum (zweiter Klick) für den gewünschten Zeitraum aus. Der Trendlog wird automatisch für den gewählten Zeitraum aktualisiert.

29. Trendlog Analysieren
Der aktualisierte Trendlog zeigt nun die Messdaten für den ausgewählten Zeitraum. Sie können die Kurve visuell analysieren und Muster oder Anomalien erkennen.

30. Export-Optionen
Über die Export-Symbole oberhalb des Trendlogs können Sie die Messdaten exportieren:
- PNG: Exportiert den Trendlog als Bilddatei
- CSV: Exportiert die Rohdaten als CSV-Datei für die Weiterverarbeitung
- PDF: Erstellt ein PDF-Dokument mit dem Trendlog

31. PDF-Export Konfigurieren
Wenn Sie den PDF-Export wählen, öffnet sich ein Dialogfenster, in dem Sie einen Dateinamen eingeben können. Dieser Name wird auch als Beschriftung für den Trendlog im generierten PDF-Dokument verwendet.

32. Heatmap-Darstellung
Unterhalb des Trendlogs finden Sie den Bereich MESSDATEN · HEATMAP. Die Heatmap visualisiert die Messwerte über einen Zeitraum von 7 Tagen in einem Raster aus Uhrzeit (Y-Achse) und Datum (X-Achse). Die Farbcodierung zeigt die Werteintensität an – von niedrigen Werten (grün) über mittlere Werte (gelb/orange) bis zu hohen Werten (rot). Wenn Sie das Datum anpassen, werden immer 7 Tage ab dem ausgewählten Datum angezeigt.

33. Heatmap Exportieren
Auch die Heatmap können Sie als PNG-Datei exportieren, indem Sie auf das Export-Symbol klicken.
